SheroShero Coaching

Blog

Wenn stark sein zu viel wird

Über den Moment, in dem das Funktionieren leiser wird – und warum das kein Versagen ist, sondern ein Signal.

18. April 2026 4 Min. Lesezeit

Es gibt diesen Moment. Du sitzt am Küchentisch, das Kind ist im Bett, der Tag ist vorbei. Eigentlich hast du alles gemacht, was zu machen war. Eigentlich kannst du dich jetzt setzen.

Aber stattdessen sitzt du da und merkst: du bist nicht müde. Du bist leer.

Was Erschöpfung wirklich ist

Erschöpfung ist nicht das Gegenteil von Schlaf. Es ist das, was übrig bleibt, wenn man lange Zeit funktioniert hat – ohne sich selbst dabei mitzunehmen.

Du hast den Job gemacht, die Familie gehalten, die Freundschaften gepflegt. Du hast die schwierige Person im Team beruhigt, dem Kind beim Hausaufgaben geholfen, das schlechte Gewissen wegen der Schwiegermutter mit dir herumgetragen. Du hast funktioniert.

Und jetzt sitzt du am Küchentisch und merkst, dass etwas fehlt.

Was Erschöpfung nicht ist

Es ist kein Versagen. Es ist kein Anzeichen dafür, dass du schwächer bist als andere. Es ist auch nicht etwas, was du mit einem Wellness-Wochenende beheben kannst.

Es ist ein Signal. Dein Körper, deine Psyche, dein ganzes System sagt dir: so geht es nicht weiter. Nicht weil du krank bist, sondern weil das, was du gerade gibst, mehr ist als das, was du bekommst.

Was hilft

Das Erste, was hilft, ist: es ernst nehmen. Nicht wegklatschen, nicht “ich muss nur noch bis Weihnachten durchhalten”. Sondern: ja, das ist real, und es darf sich ändern.

Das Zweite ist: leise anfangen. Nicht morgen alles umkrempeln. Sondern heute eine kleine Sache anders machen. Zehn Minuten allein sein, statt sofort die nächste Aufgabe. Ein Nein, wo sonst ein automatisches Ja kam.

Du musst nicht stärker werden. Du darfst ankommen.

← Alle Beiträge

Wenn dir der Text gut tut, trag dich gerne in den Newsletter ein. Etwa alle zwei Wochen ein neuer Beitrag.